· 

Rezension Nerve

"Nerve" ist ein Jugendbuch der Autorin Jeanne Ryan und erschien 2016 als Taschenbuch mit 320 Seiten im cbj Verlag der Random House Gruppe.

 

Der Prolog des Buches startet mit Abigail, die als Player auf der Flucht vor dem Spiel "Nerve" ist. Doch direkt mit den folgenden Kapiteln findet sich kein wirklicher Bezug mehr zum Prolog, denn es geht um die Protagonistin Vee, die aus ihrem Leben ausbricht und dabei auf ihren Mitspieler Ian trifft.

 

Im folgenden möchte ich auf das Buch eingehen, später auf den Zusammenhang mit dem Film.

 

Die Autorin bedient sich hier eines sehr einfachen und flüssigen Schreibstils, welcher sehr gut in das Genre des Jugendbuches passt. Das Thema der fehlenden Aufmerksamkeit und Anerkennung, der Risikobereitschaft und der Abhänigkeit von Sozialen Medien (hier in der Art eines Spieles) wird sehr deutlich dargestellt, aber wunderbar in eine Geschichte verpackt, sodass es keineswegs zu aufdringlich mit der Moral wird.

 

Die Charaktere sind realistisch entworfen und recht typisch, so haben wir das beliebte Mädchen( Syd), den Mädchenschwarm (Matthew und Ian) und die beiden eher unscheinbaren Mauerblümchen (Tommy und Vee). Das dieses Muster funktioniert haben bereits viele andere Bücher vorher bewiesen, weswegen auch hier die verschiedenen Charakterzüge mit der Handlung harmonieren und die Geschichte vorran bringen.

 

Gut gewählt finde ich hier die Ich-Perspektive aus der Sicht von Vee, da bei der Menge an Personen und Ereignissen dies die beste Wahl ist um den/die Leser/in nicht mit Sichtwechseln zu verwirren, sondern gut folgen zu können.

 

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und mich auch gut unterhalten, allerdings fehlte mir zwischendurch der Nervenkitzel.

 

Denn an dieser Stelle muss ich eindeutig sagen, der Film gefiel mir wirklich besser. Außer den Charakteren Vee und Ian und der Grundvorlage (das Spiel Nerve) erkannte ich keinerlei Zusammenhänge zwischen Film und Buch. Natürlich stand auf dem Sticker nur "Vorlage zum Film", doch das beides so weit von einander entfernt ist, das hätte ich niemals gedacht.

 

Da mich das Buch unterhalten hat und es auch nicht schlecht war, würde ich für das entsprechende Alter eine Leseempfehlung vergeben, doch für erwachsenere Leser, die besonders durch den Film auf das Buch aufmerksam wurden, halte ich eine Empfehlung eher in Grenzen.

 

Leseprobe: